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Die Geschichte von der Reisetasche Teil 1

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag. Es war kurz vor Mittag, die Sonne stand fast im Zenit und ich lag einfach auf dem Boden. Ich hatte mich auf einen ruhigen Tag eingestellt, aber das erwies sich als Trugschluss. Stattdessen landeten erst ein paar Schuhe, Hemden, Unterwäsche, eine Hose, eine Laptoptasche, ein Ladegerät und 2 Smartphones in mir. Mein Reissverschluss ging zu und meine Griffe wurden von 2 frisch gewaschenen Händen ergriffen. Wo geht es heute hin?

Diesen Gelbton kenne ich. Das Ding auf dem Dach auch. Nun denn, ab ins Taxi. Flughafen? Das klingt auf jeden Fall exotischer als Wandschrank. 20 Minuten später waren wir am Terminal A angekommen und ich wurde erst einmal gewogen. Ein Hoch auf Freigepäck. Ich bekam ein Schildchen umgebunden. Was steht da drauf, MCO? Wo ist denn das? Monaco? Ach nee, Orlando. Sehr schön, hoffentlich schüttet niemand Orangensaft auf mich. Aber Sonne und Palmen klingen schonmal gut. Ach ja, und wenn ich es genau nehme: Saft kann ich ab.

Dann lege ich mich erstmal eine Runde aufs Ohr.

Hier rumpelt es ordentlich. Wo sind wir eigentlich? Ach, da vorne ist Licht. Warum drehen sich die anderen Taschen denn? Mensch, das Gepäckband könnte aber auch mal wieder sauber gemacht werden.

Aber egal, für einen Ausflug nach Florida nehme ich das gerne auf mich. Mensch Frank, gut dich wieder zu sehen. Er packt mich und hängt mich über seine Schulter. Nun denn, auf zum Mietwagen. Nicht schlecht, sogar mit runterfahrbarem Dach und ich darf auf der Beifahrerseite sitzen. Los geht’s!

Schnittiger Fahrstil, aber warum nicht? Die Kokosnüsse baumeln einige Meter über unseren Köpfen an einer mit Palmen gesäumten Strasse. Die sehen aber lecker aus, da würde ich jetzt gerne einen Strohhalm reinstecken. Vielleicht später, im Hotel. Schönes türkises Wasser, aber schwimmen ist nicht meine Stärke.

Nunja, erstmal einchecken. Ein Zimmer mit Meerblick? Nicht schlecht! Alle Klamotten sind gut angekommen dank mir, dann kann ich mir erstmal eine kleine Pause gönnen.

7 Stunden später und die Sonne ist aufgegangen. Das hat gut getan. Was kommt jetzt rein? Hemd und Anzug? Das klingt aber nicht nach einem Ausflug ans Meer. Büro oder Date? Nun, erstmal wieder ins Cabrio. Delfine am Morgen sind ein beruhigender Anblick, auch wenn sie nicht so hoch springen wie in den Hollywoodfilmen. Wir fahren auf eine Interstate? Cool, dann sehe ich mal mehr von der Gegend. Wieso hat dieser Laden denn eine Nadel und eine Nähschnur im Logo? An mir kann es nicht liegen. Ich komme trotzdem mit rein. Aaah, jetzt verstehe ich auch, warum Hemd und Hose so lang aussahen. Das sollte sich hier bestimmt kürzen lassen. Da fühle ich mich direkt leichter.

Wo es wohl jetzt hingeht? Nur über die Strasse, so wie es scheint. Das sieht aber schön aus…